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  • DER KLEINE PRINZ

    DER KLEINE PRINZ

     

    „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ sagt der Fuchs zum kleinen Prinzen.

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    Die mit Liebe zum Detail gestaltete Neuinterpretation des Literaturklassikers verknüpft die bekannte Geschichte mit der eines kleinen Mädchens und dem Piloten und Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry. Die französische Produktion ist von US-Animationsfilmen stark beeinflusst und verbindet auf charmante Art und Weise Computeranimation mit der analogen Stop-Motion Technik.

    Der Film ist eine Ode an die Phantasie und erzählt davon, wie bedeutend es ist, das Kind in sich selbst zu bewahren. Genug Grundlage für philosophische Diskussionen mit Kindern ab 8 Jahren.

     

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    Mark Osborne | FR 2015 | 108 Min.

  • MUDBOUND

    MUDBOUND

    Zwei Männer schaufeln im strömenden Regen eine Grube in den Schlamm. Ein Grab für den Vater. Einer ersäuft beinahe in dem sich mit Wasser füllenden Loch. Die Bedeutung dieser Szene erschließt sich freilich erst gegen Ende des Filmes. Sechs Jahre zuvor, es ist das Jahr 1939, entschließt sich Henry McAllan (Jason Clark) mit seiner Familie von Memphis nach Mississippi zu übersiedeln. Wohnraum ist teuer in der Stadt, so kauft er sich ein Stück Land. Dort angekommen, muss Henry feststellen, dass er es beim Kauf mit einen Betrüger zu tun hatte. Anstelle in das Haus des Grundbesitzers zu ziehen, muss er mit Frau Laura (Carey Mulligan), Kindern und Vater (Jonathan Banks) mit einer Holzhütte vorlieb nehmen.

    Schon wieder ein Südstaatendrama! „Mudbound“ wählt aber eine neue Perspektive. Die McAllans, allen voran der rassistische Vater Pappy, sind arm. Sie leben und arbeiten im selben Dreck wie die Familie Jackson, die schwarzen Angestellten auf der Plantage und müssen mit den gleichen Unzulänglichkeiten des Lebens zurecht kommen. Sie sind hilflos dem Wetter ausgesetzt. Selbst als starker Regen beider Existenz bedroht, bleiben sie in ihren angestammten Rollen und die hierarchische Struktur aufrecht.

    1941. Die Nachricht vom Kriegseintritt der USA erreicht auch Mississippi. Henrys Bruder Jamie (Garrett Hedlund) und Florence Jackson (Mary J. Blige) Sohn Ronsel (Jason Mitchell) ziehen in den Krieg. Am Ende kehren sie als Kriegshelden zurück. Im Krieg sind alle gleich. In Mississippi ist die Zeit aber stehen geblieben. Rassentrennung und Rassenhass bestimmen das Leben in den Südstaaten. Jamie und Ronsel können sich beide nicht mehr in die für sie rückständige Gesellschaft einfügen. Traumatisiert von den Kriegserlebnissen und mit ihren Problemen alleingelassen, entsteht eine Freundschaft, die es eigentlich nicht geben darf.

    Aus dem Off erzählen gleich fünf Charaktere ihre Sicht der Dinge und ermöglichen, die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Das erinnert Phasenweise an Filme von Terence Malick, ebenso wie die Kameraschwenks über stille Landschaften und die Zeitsprünge in der Handlung. Regisseurin Dee Rees ist ein stimmiger Film in wunderbaren Bildern und satten Farben gelungen, der dem Genre durchaus Neues hinzufügen kann.

    Es ist müßig, wegen jedes neuen Filmes die Vertriebsstrategie von Streaming Diensten zu diskutieren. Netflix wird „Mudbound“ den nötigen Kinostart verschaffen, um den Anforderungen der Oscar Academy gerecht zu werden. „Mudbound“ ist ein großartiger Film und man munkelt, dass durchaus Chancen auf eine Berücksichtigung bestehen. Gut möglich, dass dies ein Oscar-Crasher wird.

    Dee Rees USA 2017 134 Min.

     

  • UNSERE SEELEN BEI NACHT

    UNSERE SEELEN BEI NACHT

    Addie Moore (Jane Fonda) und Louis Waters (Robert Redford) sind verwitwet und seit vielen Jahren Nachbarn am Rande einer US-Kleinstadt. Kontakt hatten sie in all den Jahren keinen, umso sprachloser ist Louis, als seine Nachbarin eines Abends mit einer ungewöhnlichen Bitte an seine Türe klopft.

    Beide sind im realen Leben um die 80 Jahre alt und versuchen das im Film erst gar nicht zu verbergen. „Unsere Seelen bei Nacht“ thematisiert Einsamkeit im Alter und den sozialen Druck, dem alte Menschen ausgesetzt sind, weil ihnen die Gesellschaft bestimmte Rollen zugeschrieben hat und sie schon ins Abseits gestellt hat. Darüber wird im Allgemeinen nicht viel gesprochen aber der Film schildert auf eine präzise wie unterhaltsame Weise die zaghafte Annäherung von Addie und Louis. Sie kümmerte sich nie darum, was andere denken und er wiederum braucht etwas, um sich schließlich von gesellschaftlichen Zwängen lösen zu können.

    Es ist auch eine Geschichte vom Überleben. Dem Überleben derjenigen, die einem am nächsten sind und dem Umgang mit der eigenen Vergangenheit, die einen immer wieder aufs Neue einholt.

    Ganz großes Kino könnte man meinen. „Unsere Seelen bei Nacht“ ist aber eine Netflix Produktion und somit absofort bequem zu Hause zu sehen.

    Genau 50 Jahre nach ihrem ersten gemeinsamen Leinwandauftritt „Barfuß im Park“, der ist übrigens auch gerade auf Netflix verfügbar, hatte „Unsere Seelen bei Nacht“ bei den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig ohne großes Aufsehen Premiere. In der jüngsten Zeit hatte sich die Diskussion darüber zugespitzt, was auf einem Festival gezeigt werden darf. Wenn es für die großen Filmstudios nicht mehr rentabel genug ist, zwei alternden Hollywoodstars einen Auftritt auf der großen Leinwand zu ermöglichen, sollte man Netflix für diese rührende romantic comedy dankbar sein.

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    Ritesh Batra USA 2017 103 Min.

  • DIE LANGEN GROSSEN FERIEN

    DIE LANGEN GROSSEN FERIEN

    Frankreich 1939. Colette (6) und ihr großer Bruder Ernest (11) fahren mit ihren Eltern über den Sommer aufs Land zu den Großeltern. Die Mutter muss bald aus gesundheitlichen Gründen in die Schweiz. Doch dann bricht der Krieg aus und der Vater muss an die Front.

    Die beiden Geschwister bleiben bei ihren Großeltern zurück. Was folgt sind Jahre der Abenteuer aber auch der Unsicherheit und der Angst. Die Serie wird aus der Sicht der beiden Kinder erzählt. Anfangs verstehen sie nicht was vor sich geht, warum das Essen knapp wird und Freunde in der Schule auf einmal einen gelben Stern tragen müssen. Dies ändert sich im Laufe der Jahre. Mit der deutschen Besatzung entsteht eine Widerstandsbewegung, der sich auch die Kinder anschließen.

    Die Zeichentrickserie DIE LANGEN GROSSEN FERIEN des französischen Studios Les Armateurs erzählt Zeitgeschichte spannend und kindergerecht. Es wird kaum ein Thema ausgespart aber auf visuelle Gewalt weitgehend verzichtet. Auch für Erwachsene ist die Serie sehr empfehlenswert.

    Bei Netflix ist die Miniserie in fünf Folgen zu je 48 Minuten zu sehen.

    Paul Leluc FR 2015